
Kassensystem · Imbiss
Kassensystem für den Imbiss
Zwischen zwölf und halb zwei entscheidet sich Ihr Tag. Sieben Leute in der Schlange, jeder will etwas anderes, und jede Bestellung braucht ihren Beleg. Wenn die Kasse dabei bremst, geht der Achte wieder raus.
Ich richte Imbisskassen so ein, dass in der Stoßzeit niemand sucht. Das klingt banal. In der Mittagsspitze entscheidet es darüber, wie viele Bestellungen durchgehen.
Das Tastenlayout entscheidet über die Warteschlange
Eine Kasse kommt ab Werk in einer Ordnung, die niemand im Betrieb gebrauchen kann. Alphabetisch oder nach Warengruppen, sauber sortiert und für Ihre Theke unbrauchbar. Bei Ihnen läuft der größte Teil des Geschäfts über eine Handvoll Artikel, und die gehören auf den ersten Bildschirm, groß und ohne Untermenü.
Ich setze mich vor dem Einbau mit Ihrer Karte hin und sortiere nach dem, was tatsächlich verkauft wird. Die drei meistbestellten Gerichte, die gängigen Getränke, das Menü. Alles Seltene kommt eine Ebene tiefer, wo es niemanden stört. Wenn Sie nach vier Wochen merken, dass die Reihenfolge nicht stimmt, schieben Sie die Tasten selbst um. Dafür brauchen Sie mich nicht anzurufen.
Der zweite Punkt sind die Varianten. Mit oder ohne Zwiebeln, scharf oder normal, groß oder klein. Wenn das jedes Mal über ein Freitextfeld läuft, kostet es Sekunden, die Sie nicht haben. Ich lege Varianten als eigene Tasten an, direkt neben dem Artikel.
Sieben Prozent auf die Currywurst, neunzehn auf die Cola
Seit Januar 2026 sind alle Speisen mit 7 Prozent zu versteuern, im Haus wie zum Mitnehmen. Getränke blieben bei 19. Sie müssen also nicht mehr wissen, ob der Gast hier isst. Sie müssen jede Bestellung sauber in Speise und Getränk trennen.
Beim Menü wird es genauer. Currywurst mit Pommes und Cola zum Pauschalpreis ist ein Kombiangebot, und das Finanzamt will wissen, welcher Anteil auf das Getränk entfällt. Das Bundesfinanzministerium lässt in seinem Schreiben vom 22. Dezember 2025 eine pauschale Aufteilung mit 30 Prozent für die Getränke zu.
Ich lege das auf die Menütaste. Die Aushilfe tippt „Menü 3", die Kasse bucht den Speisenanteil auf 7 und den Getränkeanteil auf 19 und schreibt beide Sätze auf den Bon. Am Monatsende liegt das im DSFinV-K-Export, den Ihr Steuerberater über DATEV einliest. DSFinV-K ist das Format, in dem das Finanzamt Kassendaten sehen will.
Ob die Pauschale für Ihre Karte günstiger ist als eine echte Aufteilung, rechnet Ihr Steuerberater. Die Kasse kann beides. Diese Darstellung gibt den Stand vom August 2026 wieder und ersetzt keine Steuerberatung.
| Was | Satz | Wo es an der Kasse hängt |
|---|---|---|
| Speisen im Haus | 7 % | Warengruppe Speisen |
| Speisen zum Mitnehmen | 7 % | dieselbe Warengruppe, keine Umschalttaste mehr nötig |
| Getränke | 19 % | eigene Warengruppe |
| Menü zum Pauschalpreis | geteilt | Menütaste mit hinterlegter Aufteilung |
Der Beleg geht bei jeder Bestellung mit raus
Die Belegausgabepflicht gilt seit 2020 und hängt nicht am Betrag. Auch für die Portion Pommes zwischendurch muss ein Beleg erstellt und angeboten werden. Ob der Gast ihn mitnimmt, entscheidet er selbst. Ein Referentenentwurf vom August 2026 sieht vor, den Papierbon ab 2028 durch eine elektronische Bereitstellung zu ersetzen, siehe Die geplante Kassenpflicht.
Praktisch heißt das, der Bondrucker steht dort, wo die Tüte gepackt wird. Drei Schritte weiter ist schon zu weit, weil in der Stoßzeit niemand drei Schritte geht. Ich habe Imbisse gesehen, in denen der Drucker unter der Theke stand und die Bons abends als lange Rolle daneben lagen. Das ist der teuerste Platz, den ein Drucker haben kann.
Was an einer Imbisskasse wirklich hängt
Ein Imbiss braucht weniger Geräte als die meisten denken. Diese Aufstellung ist das, was ich in Betrieben Ihrer Größe tatsächlich einbaue.
- Bondrucker am Packplatz
- Steht dort, wo die Tüte gefüllt wird. Der wichtigste Meter im ganzen Laden.
- Küchendrucker oder Küchenmonitor
- Sinnvoll, sobald jemand hinten arbeitet, der die Bestellung nicht mithört. Der Monitor spart Papier, der Drucker ist robuster, wenn es fettig wird.
- Kassenlade
- Bei vielen Kleinbeträgen bleibt Bargeld das Hauptgeschäft. Die Lade springt beim Kassieren auf, damit niemand danach greift.
- EC-Terminal
- Auch bei kleinen Beträgen erwartet inzwischen jeder Zweite Karte. Am selben System, damit der Betrag nicht abgetippt wird.
Die neue Aushilfe steht das erste Mal an der Kasse
In einem Imbiss wechselt das Personal öfter als anderswo. Wer im September anfängt, soll im September verkaufen und nicht erst im Oktober. Deshalb baue ich die Oberfläche so, dass sie ohne Schulung bedienbar ist. Wer lesen kann, kann kassieren.
Jeder Mitarbeiter bekommt eine eigene Anmeldung. Das ist keine Überwachung, sondern die Grundlage dafür, dass Sie abends sehen, wer welchen Storno gebucht hat. Wenn zwischen zwölf und zwei drei Leute an derselben Kasse arbeiten, ist das der einzige Weg, eine Differenz später noch zuzuordnen.
Beim Einbau zeige ich es Ihren Leuten direkt am Gerät, nicht an einem Handbuch. Das dauert eine halbe Stunde. Danach rufen Sie mich an, wenn etwas ist.
Wenn die Bestellung aus dem Netz kommt
Viele Imbisse haben inzwischen ein zweites Tablet auf der Theke, auf dem die Bestellungen der Lieferplattformen auflaufen. Die werden dann von Hand in die Kasse getippt. Das kostet Zeit und produziert Tippfehler, und am Monatsende passt der Umsatz nicht zur Abrechnung der Plattform. Warum die Abrechnung des Portals Ihre Aufzeichnung nicht ersetzt, steht unter Lieferplattformen in der Kasse.
Die Bestellungen lassen sich direkt in die Kasse holen. Sie erscheinen als Vorgang wie jeder andere, gehen an den Küchendrucker und stehen sauber im Tagesbericht.
Was Imbissbetreiber vor dem Einbau wissen wollen
- Wie lange dauert der Einbau in einem Imbiss?
- Meist einen halben Tag. Der größere Teil davon ist die Artikelanlage, nicht die Technik. Wenn Sie mir Ihre Karte vorab schicken, lege ich die Artikel vorher an und der Termin im Laden wird kürzer. Ich baue außerhalb Ihrer Stoßzeiten ein, vormittags oder nachmittags.
- Kann ich Preise und Artikel selbst ändern?
- Ja. Preisänderungen, neue Artikel und das Verschieben von Tasten machen Sie selbst, das ist in zwei Minuten erledigt. Ich zeige es Ihnen beim Einbau. Für größere Umbauten wie eine komplett neue Karte können Sie mich rufen, müssen aber nicht.
- Was passiert, wenn die Kasse mitten in der Stoßzeit ausfällt?
- Sie rufen mich an. Im Umkreis von rund 200 Kilometern um Olfen bin ich meist innerhalb von zwei bis drei Stunden vor Ort. Für die Zwischenzeit besteht die Aufzeichnungspflicht weiter. Sie notieren die Umsätze, und wir buchen sie nach. Bei einem Ausfall des Internets kassieren Sie ohnehin normal weiter, weil die TSE im Gerät sitzt.
Ihre Karte, Ihre Theke, Ihr Angebot
Beschreiben Sie mir Ihren Imbiss im Konfigurator. Wie viele Kassenplätze, was an Geräten dranhängen soll, ob Sie eine vorhandene Kasse ersetzen. Das dauert keine drei Minuten, und danach rechne ich Ihnen ein Angebot mit einzelnen Positionen.
Wenn Sie lieber sprechen, rufen Sie an. Ich frage dann dasselbe ab, nur mündlich.